1. So finden Sie die passenden Förderprogramme für Sanierungen in Hamburg
Wer in Hamburg eine Sanierung plant, steht oft vor einem Wald aus Abkürzungen: BAFA, KfW, IFB, BEG – die Liste ist lang. Doch sich hiermit einmal zu befassen lohnt sich, denn die Förderlandschaft in der Hansestadt ist durchaus attraktiv. Um die passenden Förderprogramme für Hamburg zu finden, sollten Sie zunächst eine Bestandsaufnahme Ihrer Immobilie machen. Nicht jede Maßnahme passt zu jedem Gebäude, und nicht jede Förderung lässt sich beliebig kombinieren.
1.1. Frühzeitig informieren und Antrag stellen
Der wichtigste Grundsatz bei der energetischen Sanierung lautet: Erst beantragen, dann beauftragen. Fast alle Fördergelder müssen bewilligt sein, bevor Sie Liefer- oder Leistungsverträge mit Handwerksbetrieben unterzeichnen. Wenn Sie es andersherum machen, können Ihnen hohe Zuschüsse entgehen, die nachträglich nicht mehr gewährt werden.
Informieren Sie sich daher bereits in der Vorplanungsphase über die aktuellen Konditionen. Da sich Förderrichtlinien wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) regelmäßig ändern, ist eine tagesaktuelle Prüfung der Bedingungen für Eigentümer wichtig. Planen Sie ausreichend Zeit für die Bearbeitung der Anträge ein, da die Prüfprozesse bei den Behörden mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen können.
1.2. Förderdatenbanken und Informationsportale nutzen
Um den Überblick über die verfügbaren Fördermittel zu behalten, sind spezialisierte Portale eine wertvolle Hilfe. Die offizielle Förderdatenbank des Bundes bietet einen Filter für Hamburger Landesprogramme sowie Bundesförderungen. Auch die Website der Stadt Hamburg (hamburg.de) und das Portal der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) sind zentrale Anlaufstellen.
Hier können Sie gezielt nach Ihrer Immobilienart – etwa einer Eigentumswohnung in einer WEG oder einem Mehrfamilienhaus – suchen. Diese Portale helfen Ihnen dabei, eine erste Bewertung der potenziellen Förderhöhe vorzunehmen und zu prüfen, ob für Ihre spezifischen Maßnahmen (wie eine neue Dämmung oder der Austausch der Fenster) aktuell Gelder bereitstehen.
1.3. Energieberatung un individueller Sanierungsfahrplan
Eine professionelle Beratung ist in den meisten Fällen nicht nur sinnvoll, sondern für den Erhalt vieler Fördermittel sogar zwingend vorgeschrieben. Ein zertifizierter Energieberater analysiert den Ist-Zustand Ihres Gebäudes und zeigt Ihnen auf, mit welcher Umsetzung Sie die größte Energieeffizienz erreichen.
Ein besonders wertvolles Werkzeug ist hierbei der individuelle Sanierungsfahrplan WEG. Dieser zeigt Schritt für Schritt auf, wie eine Immobilie über Jahre hinweg energetisch modernisiert werden kann. Wenn Sie Maßnahmen auf Basis eines solchen Fahrplans (iSFP) umsetzen, liegt der Vorteil darin, dass sich der Fördersatz der BAFA für viele Maßnahmen um zusätzliche 5 Prozent erhöht. Die Erstellung des Fahrplans selbst wird ebenfalls hoch gefördert, sodass die Kosten für die Beratung für Sie als Eigentümer minimal bleiben.
2. Die wichtigsten Fördergeber für Sanierungen in Hamburg im Überblick
In Hamburg profitieren Sie sowohl von den bundesweiten Programmen, als auch von den spezifischen Zuschüssen der Hansestadt.
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): KfW und BAFA
Die BEG ist das zentrale Instrument des Bundes. Sie teilt sich im Wesentlichen auf zwei Institutionen auf:
- BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle): Hier erhalten Sie direkte Zuschüsse für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Türen) sowie für Anlagentechnik (außer Heizung).
- KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau): Die KfW ist für die Heizungsförderung sowie für umfassende Sanierungen zum „Effizienzhaus“ zuständig. Hier können Sie einen zinsgünstigen Kredit mit hohen Tilgungszuschüssen erhalten.
Zusammen decken diese Programme einen erheblichen Teil der Investitionskosten ab, wobei die Förderquoten je nach Maßnahme und Effizienzstandard oft zwischen 15 und 70 Prozent liegen.
IFB Hamburg: Hamburger Förderprogramme für Wärmeschutz und Energieeffizienz
Die IFB Hamburg fördert lokal. Mit dem Programm „Wärmeschutz im Gebäudebestand“ unterstützt die Stadt Hamburg gezielt die energetische Modernisierung. Besonders attraktiv ist, dass die IFB-Förderung oft mit Bundesmitteln kombiniert werden kann. Gefördert werden hier vor allem:
- Dämmung von Außenwänden, Dächern und Kellerdecken.
- Austausch von Fenstern gegen moderne Wärmeschutzverglasung.
- Ein Bonus für die Verwendung nachhaltiger Dämmstoffe.
- Die Erhaltung von Fassaden (z. B. typische Hamburger Backsteinfassaden) bei gleichzeitiger Dämmung
Steuerliche Förderungen
Sollten keine direkten Zuschüsse in Anspruch genommen werden, besteht für selbstgenutzte Wohnimmobilien die Möglichkeit einer steuerlichen Förderung nach § 35c EStG. Dabei können 20 Prozent der Aufwendungen für bestimmte energetische Sanierungsmaßnahmen, verteilt über drei Jahre, direkt von der Einkommensteuer abgezogen werden. Die maximale Steuerermäßigung beträgt 40.000 Euro pro Objekt.
Dies ist oft unbürokratischer als ein Förderantrag, schließt jedoch für die jeweils steuerlich geförderte Maßnahme eine gleichzeitige Kombination mit KfW- oder BAFA-Zuschüssen aus. Eine genaue steuerliche Prüfung vorab ist daher ratsam.
3. Für welche Sanierungsmaßnahmen gibt es Förderung in Hamburg?
Die Bandbreite der förderfähigen Projekte ist groß. Ziel ist meistens die Einsparung von Energie und die Reduktion von CO2-Emissionen.
3.1. Heizungserneuerung und Heiztechnik
Der Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung gegen ein System auf Basis erneuerbarer Energien wird massiv unterstützt. Ob Wärmepumpe, Solarthermie oder der Anschluss an das Hamburger Fernwärmenetz – die Zuschüsse sind hier besonders hoch. Wer eine noch funktionierende fossile Heizung ersetzt, kann, je nach aktueller Förderrichtlinie, von zusätzlichen Boni wie dem sogenannten Klimageschwindigkeits-Bonus profitieren und dadurch besonders hohe Fördersätze erzielen.
3.2. Wärmedämmung und Gebäudehülle
Die energetische Sanierung einer WEG beginnt meist bei der Hülle. Hier wird darauf geachtet, dass die Dämmung fachgerecht ausgeführt wird. Ob Dach, Fassade oder Kellerdecke – je besser die Isolierung, desto niedriger der spätere Energieverbrauch. Die IFB gewährt Zuschüsse, die sich unter anderem an der sanierten Fläche orientieren und mit klaren Förderhöchstbeträgen kalkulierbar sind.
3.3. Photovoltaik und erneuerbare Energien
Hamburg hat eine Solarpflicht für Neubauten und bei Dachsanierungen eingeführt. Passend dazu gibt es attraktive Wege, eine Photovoltaikanlage für eine WEG zu finanzieren. Neben der Einspeisevergütung gibt es oft regionale Darlehen oder Zuschüsse für Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms zu optimieren. Dies steigert die Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen nachhaltig.
3.4. Energieeffiziente Lüftungsanlagen
Um Schimmelbildung nach einer umfassenden Dämmung zu vermeiden und die Luftqualität zu steigern, wird der Einbau kontrollierter Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung gefördert. Diese Maßnahmen lassen sich ideal in ein Gesamtkonzept integrieren und sorgen für eine zusätzliche Verbesserung des Wohnklimas.
3.5. Altersgerechter und barrierefreier Umbau
Oft lässt sich eine energetische Sanierung mit dem Abbau von Barrieren kombinieren. Die KfW bietet hierfür spezielle Programme (z. B. Programm 455-B), um den Badumbau oder den Einbau von Liften zu unterstützen. Wenn Sie ohnehin sanieren, sollten Sie solche Angebote nutzen.
4. Antragstellung für Förderprogramme in Hamburg: Schritt für Schritt
Damit Sie von den angebotenen Fördermaßnahmen profitieren können, gilt es den folgenden Ablauf einzuhalten:
- Status Quo ermitteln: Lassen Sie einen zertifizierten Energieberater kommen, um den Bedarf festzustellen.
- Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen: Sichern Sie sich den fünfprozentigen Zusatzbonus für spätere Maßnahmen.
- Angebote einholen: Lassen Sie sich von Fachbetrieben detaillierte Kostenvoranschläge erstellen. Achten Sie darauf, dass die technischen Mindestanforderungen der Fördergeber erfüllt werden.
- Förderung beantragen: Stellen Sie den Antrag online bei der BAFA, KfW oder IFB. Warten Sie die Bestätigung ab!
- Umsetzung: Starten Sie nach Zusage die Bauphase mit den gewählten Handwerkern.
- Nachweis führen: Nach Abschluss der Arbeiten bestätigt der Energieberater die korrekte Ausführung.
- Auszahlung: Reichen Sie die Rechnungen und Nachweise ein und erhalten Sie Ihren Zuschuss.
5. Fazit
Die Förderprogramme für Sanierungen in Hamburg eröffnen Eigentümerinnen und Eigentümern vielfältige finanzielle Entlastungen. Zuschüsse der IFB, zinsgünstige Kredite der KfW oder steuerliche Vergünstigungen können die Kosten einer energetischen Modernisierung deutlich reduzieren. Hierbei ist eine frühzeitige sehr wichtig – nicht nur weil viele Handwerksbetriebe längere Vorlaufzeiten haben, sondern auch weil Förderungen in der Regel an formale Voraussetzungen und feste Abläufe gebunden sind.Als erfahrene Hausverwaltung wissen wir, dass die Koordination solcher Großprojekte eine Herausforderung für Eigentümergemeinschaften darstellen kann. Wir unterstützen Sie dabei, die richtigen Beschlüsse zu fassen und begleiten die Umsetzung. Unsere Expertise in der WEG- und Mietverwaltung bieten wir in allen Hamburger Vierteln an – egal, ob Ihre Immobilie in Uhlenhorst, Barmbek, Blankenese oder Niendorf liegt. Kontaktieren Sie uns, wir freuen uns auf Sie!












