WEG-Eigenkonto: Alles, was Sie wissen müssen (2022)

WEG-Eigenkonto: Alles, was Sie wissen müssen (2022)

Für eine Wohnungseigentümergemeinschaft ist es enorm wichtig, dass ihr Geld sicher verwahrt wird. Die Frage der Sicherheit geht Hand in Hand mit der Wahl des richtigen WEG-Eigenkontos. Was ein WEG-Eigenkonto überhaupt ist, welche Anbieter auf dem Markt existieren und worauf bei der Auswahl geachtet werden muss, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein WEG-Eigenkonto?

Das WEG-Eigenkonto wird auch als offenes Fremdgeldkonto bezeichnet und beschreibt ein Konto, dessen Inhaber die Wohnungseigentümergemeinschaft ist. Die WEG kann aus verschiedenen Gründen selbst als Inhaberin des Kontos auftreten:

Einerseits ist die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (weitestgehend) rechtsfähig, kann also Träger von Rechten und Pflichten sein, Vermögen bilden und in gerichtlichen Verfahren klagen und verklagt werden. Andererseits wird das Gemeinschaftsvermögen nach § 9a Abs. 3 WEG der Eigentümergemeinschaft zugeordnet.

Nach ständiger Rechtsprechung entspricht allein die Eröffnung eines offenen Fremdgeldkontos den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung. 

Anders gesagt: Eine richtige Alternative hierzu, die dieselbe Sicherheit bietet, existiert nicht. 

Der Verwalter erhält für das WEG-Eigenkonto eine Vollmacht, in deren Rahmen er über die Gelder verfügen kann und soll. Hintergrund ist, dass das Vermögen des Verwalters von den Geldern der Wohnungseigentümern getrennt werden muss. Das bedeutet, dass der Verwalter das Konto der WEG nicht als Eigen- oder Sonderkonto bei der Bank führen darf. 

Ein wichtiger Vorteil besteht hier darin, dass das Geld auf dem WEG-Eigenkonto auch im Falle einer Pfändung bzw. Insolvenz der Hausverwaltung geschützt ist. 

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Gut zu wissen :
Bei einem WEG-Eigenkonto hat der Verwaltungsbeirat die Möglichkeit, die  Kontoauszüge des WEG-Eigenkontos einzusehen, etwa durch eine Kopie der Kontoauszüge oder einem online Zugriff. 

2. Was ist der Unterschied zwischen einem WEG-Eigenkonto und einem Treuhandkonto? 

Der zentrale Unterschied zwischen dem WEG-Eigenkonto und dem Treuhandkonto besteht darin, wer Inhaber des Kontos ist. 

Während die Wohnungseigentümergemeinschaft bei einem WEG-Eigenkonto auch die Kontoinhaberin ist und somit über alle hiermit verbundenen Rechte verfügt, beschreibt das Treuhandkonto das genaue Gegenteil.

Das Treuhandkonto wird von der Hausverwaltung geführt, wodurch diese auch Inhaberin des Kontos ist. Zwischen der Hausverwaltung und den Eigentümern der WEG entsteht ein sog. Treuhandvertrag. Die Hausverwaltung und das Geldinstitut schließen wiederum einen Kontovertrag, der zunächst nur zwischen diesen beiden Parteien gilt.



3. Wie wird ein WEG-Eigenkonto eröffnet? Und welche Unterlagen werden benötigt? 

Regelmäßig übernimmt der Verwalter die Eröffnung des WEG-Eigenkontos.

Daher muss dieser auch seine Berechtigung, also seine Vollmacht nebst dem Beschlussprotokoll über seine aktuelle Verwalterbestellung oder sein Verwaltervertrag, bei der Eröffnung des Kontos dem Kreditinstitut vorlegen. 

Diese Legitimation ist einmalig und nur bei der Eröffnung des Kontos notwendig. Weiter wird eine aktuelle Eigentümerliste nebst der Adressen benötigt. 

4. Bei welchen Banken kann ein WEG-Eigenkonto eröffnet werden?  

Tatsächlich bieten nicht alle Banken ein WEG-Eigenkonto an, dennoch haben sich einige Kreditinstitute genau hierauf spezialisiert. 

Hier sind beispielsweise die Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft, die Hausbank München eG Bank für Haus- und Grundbesitz, die BfW Bank für Wohnungswirtschaft AG sowie die WEG Bank AG zu nennen. Aber auch bei den klassischen Banken, wie der Sparkasse oder der DKB, können WEG-Konten eröffnet werden.

Darüber hinaus bieten wir von Matera in Zusammenarbeit mit dem Banking-Dienstleister Treezor ein WEG-Eigenkonto an, welches direkt in unsere Online-Verwaltungsplattform integriert wurde. Dies automatisiert die Buchhaltung und schafft so die Grundlage für vollumfängliche Transparenz, die insbesondere bei WEGs eine tragende Rolle spielt. 

Treezor ist ein Teil der renommierten Société Générale Gruppe und ist auf dem deutschen Markt zugelassen. Das Konto der Treezor Bank fällt ebenso wie das Äquivalent einer hiesigen Bank unter die europäische Einlagensicherung, die einen Betrag bis zu 100.000 € schützt. 

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Gut zu wissen :
Die Kundendaten von Treezor werden in der EU gehostet und unterliegen daher den gesetzlichen Grundlagen der Europäischen Union sowie den Datenschutzrichtlinien der DSGVO. 

Bei der Auswahl der richtigen Bank ist ebenso wie bei der Wahl privater Konten wichtig, dass Sie sich mit den Konditionen und Leistungen des Anbieters sorgfältig auseinandergesetzt wird.

5. Häufige Fragen (FAQ) zum WEG-Eigenkonto 

Wie viele Konten benötigt eine WEG?

Eine Wohnungseigentümergemeinschaft benötigt regelmäßig zwei Konten: Eines für die Erhaltungsrücklagen (auch: Instandhaltungsrücklagen) und ein Girokonto. Beide Konten sollten als offene Fremdgeldkonten auf den Namen der WEG lauten.


Woran erkennt man ein WEG-Eigenkonto?

Das Hauptmerkmal eines WEG-Eigenkontos ist die Tatsache, dass Kontoinhaberin die Wohnungseigentümergemeinschaft ist und nicht der Verwalter. Läuft das Konto auf den Namen der Hausverwaltung, so handelt es sich um ein Treuhandkonto.

Dies kann beispielsweise so in der Praxis aussehen:

Wenn Sie als Eigentümer nicht sicher sind, welche Art von Konto Ihre WEG hat, können Sie Ihre Hausverwaltung kontaktieren und um Akteneinsicht bzw. Übermittlung einer Kopie des Kontovertrags bitten.

Wieso sollte kein Treuhandkonto für eine WEG eröffnet werden?

Die Führung eines Treuhandkontos durch die Hausverwaltung entspricht nicht der ordnungsgemäßen Verwaltung, die Wahl eines offenen Fremdgeldkontos, also des WEG-Eigenkontos, hingegen schon. 

Es ergeben sich auch juristische Probleme hinsichtlich des Treuhandkontos:

Soll das Hausgeld der Eigentümer auf ein solches Treuhandkonto gezahlt werden, können diese die Zahlung aufgrund mangelnder Fälligkeit der Forderung verweigern.
Denn die besagte Fälligkeit tritt erst dann ein, wenn der Verwalter ein Konto eröffnet, welches auf die Eigentümergemeinschaft lautet und somit der ordnungsgemäßen Verwaltung entspricht.

Dies bestätigte auch das Landgericht Saarbrücken in seiner Entscheidung vom 04.05.2018 (Az. 5 S 44/17). Der entschiedene Fall spiegelte den soeben beschriebene Sachverhalt wider: 

Ein Eigentümer hatte sich geweigert, das eigentlich fällige Hausgeld auf ein Treuhandkonto zu überweisen. Das Gericht gab ihm recht, da der Verwalter dazu verpflichtet sei, eingenommene Gelder von seinem Vermögen getrennt zu halten und ein Konto auf den Namen der WEG einzurichten. Die Führung eines Treuhandkontos sei demnach unzulässig und die Zahlung des Hausgeldes so lange nicht fällig, bis nicht ein Eigenkonto der Wohnungseigentümergemeinschaft eingerichtet wurde. 

Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für ein WEG-Eigenkonto und gegen ein Treuhandkonto ist auch der Pfändungsschutz. Eventuelle Gläubiger der Hausverwaltung können, wenn diese ihren „persönlichen“ Zahlungspflichten nicht nachkommt, das Treuhandkonto pfänden, auch wenn das Geld hierauf eigentlich der WEG zusteht.

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Gut zu wissen :
Im Übrigen muss nur der Verwalter durch die Bank über die Pfändung des Kontos informiert werden, nicht aber die Wohnungseigentümer. Dies kann sehr schnell zu massiven Problemen für die Liquidität der WEG sorgen. Um das gepfändete Konto wieder “freizugeben”, müsste die WEG eine sog. Drittwiderspruchsklage nach § 771 ZPO (Zivilprozessordnung) erheben. Dies verursacht nicht nur Kosten, sondern raubt auch Zeit und Nerven.

Ähnlich sieht es bei einer Insolvenz der Hausverwaltung aus. Das auf dem Treuhandkonto befindliche Geld fällt in die Insolvenzmasse der Verwaltung. Zwar können die Eigentümer auch hiergegen juristisch vorgehen, doch ist dies wieder mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden. 

Ein weiterer Kritikpunkt liegt in der fehlenden Kontrolle der Wohnungseigentümer über das auf dem Konto befindliche Geld. Die WEG hat nämlich kein Auskunftsrecht gegenüber der Bank, die das Treuhandkonto führt. Die Veruntreuung von Geldern durch die Hausverwaltung kann so leichter kaschiert werden. 

Wird die Hausverwaltung gewechselt wird, müsste ein Treuhandkonto erst auf den neuen Verwalter umgeschrieben werden. Bei einem WEG-Eigenkonto ist es jedoch ausreichend, wenn der Bank die Kontovollmacht des neuen Verwalters mitgeteilt wird.

Sie erkennen also, dass das Treuhandkonto mit zahlreichen Risiken verbunden ist und daher hiervon Abstand genommen werden sollte. 

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Gut zu wissen :
Pocht Ihre Hausverwaltung oder Ihr Hausverwalter auf das Einrichten eines Treuhandkontos, lässt dieses Verhalten häufig Rückschlüsse über die Seriosität der Verwaltung zu. 

6. BONUS: WEG-Konto für Ihre Eigentümergemeinschaft mit Matera  

Die Verwaltung einer WEG kann gerade in der Selbstverwaltung oft schwierig werden, jede Menge Zeit in Anspruch nehmen und einen Haufen Papierkram bedeuten, insbesondere wenn es um das Thema Finanzen geht.

Matera hat sich zum Ziel gemacht, dieser Problematik dank seiner hochmodernen online Plattform und einem Team aus WEG-Experten entgegenzutreten und so eine effiziente, transparente und angenehme Verwaltung Ihrer WEG zu ermöglichen. Matera bietet Wohnungseigentümergemeinschaften auf ihrer Plattform einen Rundumblick über alle wichtigen Informationen zur Verwaltung und zu finanziellen Themen der WEG an.

Das Matera-Eigenkonto des Anbieters Treezor erscheint direkt auf der Oberfläche Ihres Benutzerkontos, wodurch Sie und alle weiteren Eigentümer auf einen Blick den Kontostand samt einer übersichtlichen Darstellung der Einnahmen und Ausgaben sehen können.

Ihre WEG ist hierbei – selbstverständlich – die Kontoinhaberin. Hierdurch wird die Sicherheit eines Eigenkontos mit der maximalen Transparenz von Matera für Ihre WEG kombiniert.

Über Ihr Benutzerkonto bei Matera lassen sich neben den Finanzen auch weitere Punkte wie die Eigentümerversammlung und die Kommunikation zwischen den Eigentümern der WEG innerhalb der Plattform erledigen. Übrigens: Ihre Verträge können Sie auch ganz einfach über Ihr Konto bei Matera einsehen. 

Wir hoffen, Ihnen hat der Beitrag zur Frage der Konto-Wahl für Ihre WEG gefallen. Möchten Sie mehr über Matera erfahren? Holen Sie sich gerne ein kostenloses Angebot ein. Bei Fragen rund um unser Angebot für Ihre WEG stehen wir Ihnen ebenfalls jederzeit zur Verfügung. 

Autor
Darleen Mokosek
Darleen Mokosek
Freelance Content Writer
Delimitor
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