Wie hoch sind die Nebenkosten in einer WEG im Durchschnitt?
Eine Wohnung in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) verursachte 2025 im Durchschnitt 3.036 Euro Nebenkosten pro Jahr. Das sind rund 253 Euro im Monat und 5,6 Prozent mehr als 2024 (2.876 Euro).
Für eine kleine WEG mit zehn Wohnungen summieren sich die Nebenkosten damit auf gut 30.000 Euro im Jahr. Grundlage ist das Nebenkosten-Barometer von Matera, für das wir die Daten von 464 von uns verwalteten WEGs ausgewertet haben.
| Kennzahl (pro Wohnung und Jahr) | 2024 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Nebenkosten, alle WEGs | 2.876 € | 3.036 € | +5,6 % |
| Nebenkosten, WEGs mit Zentralheizung | ca. 3.177 €* | 3.357 € | +5,7 % |
| Versicherungen | ca. 377 €* | 418 € | +11 % |
| Energie und Heizung | – | 1.369 € | – |
* Rechnerisch aus dem Wert 2025 und der Veränderungsrate ermittelt. Quelle: Matera Nebenkosten-Barometer 2026, 464 WEGs.
Wie stark sind die Nebenkosten 2025 gestiegen?
Die Nebenkosten pro Wohnung sind 2025 gegenüber 2024 um 5,6 Prozent gestiegen. Pro Wohnung bedeutet das 160 Euro mehr im Jahr, also gut 13 Euro mehr im Monat.
Am Beispiel einer WEG mit zehn Wohnungen: Die Gemeinschaft zahlt 2025 rund 1.600 Euro mehr Nebenkosten als im Vorjahr. Diese Mehrkosten müssen im Wirtschaftsplan eingeplant werden, sonst drohen Nachzahlungen mit der Jahresabrechnung.
Welche Nebenkosten steigen am stärksten?
Den stärksten Anstieg verzeichnen Versicherungen: Sie kosten 2025 durchschnittlich 418 Euro pro Wohnung, 11 Prozent mehr als 2024. Damit steigen die Versicherungskosten etwa doppelt so schnell wie die Nebenkosten insgesamt.
Unsere eigene Auswertung zeigt, wie stark Versicherungen die Entwicklung prägen: Sie machen nur rund 14 Prozent der gesamten Nebenkosten aus, sind aber für rund ein Viertel des gesamten Anstiegs verantwortlich (ca. 41 von 160 Euro pro Wohnung).
| Kostenblock | Anteil an den Nebenkosten 2025 | Anteil am Anstieg 2024 → 2025 |
|---|---|---|
| Versicherungen | ca. 14 % (418 €) | ca. 26 % (ca. 41 €) |
| Alle übrigen Kosten | ca. 86 % (2.618 €) | ca. 74 % (ca. 119 €) |
Eigene Berechnung auf Basis des Matera Nebenkosten-Barometers 2026. Werte gerundet.
„Versicherungen entwickeln sich zunehmend zum Haupttreiber steigender Nebenkosten in Wohnungseigentümergemeinschaften“, sagt Moritz Himmelreich, Geschäftsführer der Hausverwaltung Matera Deutschland.
Warum werden Gebäudeversicherungen für WEGs teurer?
Gebäudeversicherungen werden vor allem durch steigende Baupreise und häufigere Extremwetterereignisse teurer. Steigen die Kosten für Reparaturen und Wiederaufbau, steigen auch die Prämien.
„Umso wichtiger ist es für Eigentümergemeinschaften, Verträge regelmäßig zu prüfen und Angebote zu vergleichen“, so Himmelreich. Welche Policen für eine WEG sinnvoll sind, erklären wir im Überblick zu Versicherungen für Wohnungseigentümer, zur Gebäudehaftpflicht und zur Elementarschadenversicherung.
Wie hoch ist der Anteil der Energie- und Heizkosten?
Energie und Heizung machen im Durchschnitt rund 37 Prozent der Nebenkosten aus. Pro Wohnung sind das durchschnittlich 1.369 Euro im Jahr.
Das Heizen bleibt der größte einzelne Kostenblock. Wie er auf die Eigentümer verteilt wird, regelt die Heizkostenabrechnung nach der Heizkostenverordnung.
Was zahlen WEGs mit Zentralheizung?
In WEGs mit zentraler Heizungsanlage liegen die Nebenkosten bei durchschnittlich 3.357 Euro pro Wohnung und Jahr. Das sind 5,7 Prozent oder rund 180 Euro mehr als 2024.
Zentralheizungen sind in Eigentümergemeinschaften der Normalfall: 360 der 464 ausgewerteten WEGs (rund 78 Prozent) heizen zentral. In diesen Anlagen laufen die Heizkosten über die Gemeinschaft und damit vollständig über die Nebenkosten.
Steigen die Nebenkosten 2027 weiter?
Ja, nach den aktuellen Entwicklungen ist auch 2027 mit weiter steigenden Nebenkosten zu rechnen. Treiber sind vor allem Versicherungen, Instandhaltung, neue Anforderungen an die Gebäudeeffizienz und der steigende CO₂-Preis.
„Der Anstieg der Nebenkosten um durchschnittlich 5,6 Prozent zeigt, dass Eigentümergemeinschaften weiterhin mit steigenden Belastungen rechnen müssen“, sagt Moritz Himmelreich. Hintergründe zur Preisentwicklung finden Sie in unserem Artikel zu steigenden Energiepreisen.
Wie können Eigentümer die Nebenkosten senken?
Eigentümergemeinschaften können den Anstieg der Nebenkosten abmildern, wenn sie ihre größten Kostenblöcke regelmäßig überprüfen. Die wichtigsten Hebel:
- Versicherungen vergleichen: Gebäudeversicherung und Haftpflicht regelmäßig neu ausschreiben lassen, Selbstbehalte und Deckungssummen prüfen.
- Wartungs- und Dienstleisterverträge prüfen: Hausmeister, Reinigung, Winterdienst und Heizungswartung in festen Abständen vergleichen.
- Verbrauch transparent machen: Fernablesbare Zähler und unterjährige Verbrauchsinformationen helfen, Heizkosten zu senken.
- Realistisch planen: Steigende Kosten direkt im Wirtschaftsplan berücksichtigen, damit keine hohen Nachzahlungen oder Sonderumlagen entstehen.
Weitere Tipps finden Sie in unserem Ratgeber Hausgeld sparen.
„Gemeinschaften, die ihre Verwaltung effizient und vorausschauend organisieren, können diesen Trend deutlich abmildern“, sagt Himmelreich. „Wichtig ist, dass Eigentümer die notwendigen Informationen und die passende Unterstützung erhalten, um fundierte Entscheidungen zu treffen und ihre Kosten langfristig im Blick zu behalten.“
Methodik: Wie entsteht das Nebenkosten-Barometer von Matera Hausverwaltung?
Das Nebenkosten-Barometer basiert auf Daten von 464 von Matera verwalteten Wohnungseigentümergemeinschaften in ganz Deutschland, die seit mindestens zwei Jahren von Matera betreut werden. Darunter sind 360 Anlagen mit zentraler Heizungsanlage.
Verglichen werden die durchschnittlichen Kosten pro Wohnung in den Jahren 2024 und 2025. Die erste Ausgabe erschien im März 2026.
Daten verwenden und zitieren
Sie dürfen die Zahlen des Matera Nebenkosten-Barometers 2026 gerne in Artikeln, Studien und Beiträgen verwenden. Bitte nennen Sie als Quelle „Matera Nebenkosten-Barometer 2026“ und verlinken Sie auf diese Seite. Gerne steht unser Geschäftsführer Moritz Himmelreich für Interviews zur Verfügung.
Presseanfragen: Ella Steiner, Kommunikation & Marketing, Kontakt: ella.steiner@matera.eu












