Seit über zehn Jahren ist Stephanie Coury in der Immobilienbranche tätig und kennt die Herausforderungen der Miet- und WEG-Verwaltung genau.
Besonders die Vielfalt an Aufgaben und die individuellen Bedürfnisse jeder Eigentümergemeinschaft machen für sie den Reiz ihres Berufs als Hausverwalterin aus.
Mit einer Ausbildung zur Immobilienkauffrau und einer Weiterbildung zur WEG-Verwalterin hat sie sich umfassend auf diese Rolle vorbereitet. In diesem Interview erzählt sie, welche Qualitäten für eine erfolgreiche Objektbetreuung essenziell sind, welche besonderen Erlebnisse sie in ihrer Laufbahn hatte und was sie an ihrem Beruf schätzt.
In die Immobilienbranche gestartet bin ich 2013 mit einer Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Seither war ich schwerpunktmäßig in der Mietverwaltung tätig und habe mich hier um das Mahnwesen, das Abrechnen von Nebenkosten oder das Vermietungsmanagement gekümmert.
2020 hatte ich dann die Gelegenheit, die Betreuung von WEGs zu übernehmen und ich habe noch eine WEG-Schulung bei Haufe gemacht, weil sich mit der Reform noch viele Dinge geändert haben.
Die drei wichtigsten Qualitäten eines Hausverwalters sind meines Erachtens: Anpassungsfähigkeit - Ich denke, jede WEG hat ihre individuellen Bedürfnisse, auf die sich der Verwalter einstellen können muss. Es gibt Themen, die in jeder WEG vorkommen, aber es gibt jede WEG nur einmal.
Zweitens würde ich sagen, innovatives Denken. Meines Erachtens sollte man offen sein für neue Herangehensweisen. Nur weil etwas die letzten Jahre funktioniert hat, heißt das nicht, dass es keine bessere Herangehensweise geben kann.
Drittens würde ich sagen: Belastbarkeit. Die meisten Eigentümer kaufen nur einmal in ihrem Leben eine Immobilie. Dementsprechend kann ich das nachvollziehen, wenn Probleme in der WEG auch zu einem emotionalen Thema für Eigentümer werden können. Alles darf man sich aber trotzdem nicht gefallen lassen.
Einer der kuriosesten Fälle, die ich je erlebt habe, war eine verlassene Messi-Wohnung, in der sich nicht nur die Pizzakartons 1,50 Meter hoch gestapelt haben.
Hier konnten wir den Mieter aber von seinem Fehlverhalten überzeugen und er hat die Kosten der Wiederherstellung der Wohnung auch unverzüglich gezahlt.
Mir gefällt an meinem Beruf am meisten, dass die Aufgaben vielfältig sind und jeden Tag was Neues anfällt.